Margareta Ferek-Petric, Composer

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"Spukgedichte"

Ensemble Platypus, 23.6. 2016, Berlin - österreichischer Kulturforum
Im Roman des österreichischen Autors Richard Schuberth schreibt Klara Sonnenschein Gedichte. Sie versetzt uns in eine Welt der Allmachtsphantasien, Phantomgesichtern und Enttäuschungen. Der Text ist eine Collage aus drei Gedichte, die musikalisch verbunden sind, doch trotzdem ihre Klanggesichter wechseln. Die Sängerin als Hauptprotagonistin, stellt einen Charakter dar, der das Gemüt zwischen extrovertiert und introvertiert stets austauscht und dabei (selbst)ironisch handelt, sowohl auch mit den Klischees abrechnet. Das Ensemble wird teilweise als eine unterstützende Stimme herangezogen und alle fünf Musiker, zusammen mit dem Dirigent, als ein Wesen wahrgenommen.
Gedichte aus dem Roman
„Chronik einer fröhlichen Verschwörung“ von Richard Schuberth
Ich hab’ keine Allmachtsphantasie. Ich bin allmächtig.
Mit einem hungrigen Tornado bin ich trächtig,
der wird alles, was mir Böses tat, in Atome zerwirbeln
Aus Mutterstolz werd’ ich meinen Bart dann zwirbeln.
In den Wolken seh ich Gesichter,
in der Maserung des Mahagonitischs.
Auf den nackten Ziegelmauern
Alles voll Gesichter.
Im Zwielicht lachen sie für Sekunden auf,
auf den rauen Blättern der Großen Klette,
die uns Kindern als Regenschirme dienten,
sah und sehe ich Gesichter,
und selbst die Schnecken haben Scherenschnitte
von Gesichtern aus ihnen genagt.
Überall seh ich Gesichter.
Bloß auf Menschenköpfen
Seh ich sie nicht.
Ich hab’ keine Allmachtsphantasie. Ich bin allmächtig.
Mit einem hungrigen Tornado bin ich trächtig,
der wird alles, was mir Böses tat, in Atome zerwirbeln
Aus Mutterstolz werd’ ich meinen Bart dann zwirbeln.
Man sagte mir,
man müsse die Menschen nehmen,
wie sie sind.
Als sie verlernten, zu träumen,
nahm ich sie, wie sie waren.
Als sie verlernten, zu denken,
nahm ich sie wie sie waren.
Als
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